Angst vor Nähe. Was dein Körper dir sagen will
Du empfindest Angst vor Nähe? Dein Körper könnte dich warnen, weil er dich schützt.
Transkript anzeigen
Echte Nähe. Das klingt so schön. Ich wünsche mir mehr Nähe. Aber was ist, wenn dein Körper plötzlich etwas ganz anderes sagt? Vielleicht kennst du das. Ein Mensch kommt dir nah. Ein Mensch, der dir wichtig ist und irgendetwas in dir macht zu. Irgendetwas in dir wird eng. Darum geht es in dieser Folge und ich möchte darüber sprechen, was unter der Oberfläche wirkt und wie du dir selbst langsam wieder näher kommen kannst. Wenn du mich noch nicht kennst, ich bin Katrin Stahl und ich begleite Menschen in Zeiten des Wandels. Weißt du, wenn das alte nicht mehr passt und das neue noch nicht so ganz da ist. Meine Arbeit ist körperorientiert, systemisch und sanft. Und so wird auch die heutere die heutige Folge. Und ich arbeite mit dem Nervensystem, mit Aufstellungen, mit Atem, mit Ritualen und mit meiner kleinen Pferdeherde in Portugal. Ich gucke gerade hier aus dem Fenster raus, die stehen nämlich da. Und hier inmitten von Weite und Stille, da entsteht ein Raum, in dem du einfach sein darfst ohne Maske und ganz ohne Müssen und Erwartungen. Und manchmal beginnt genau da etwas Neues und manchmal beginnt genau da die Nähe, nach der du dich vielleicht so sehr sehnst. Es gibt diese Momente und jetzt geht's los, in denen scheinbar alles stimmt. Du kennst das. Der Mensch gegenüber meint es gut mit dir. Es gibt eine Anziehung zwischen euch. Die Situation ist ganz ruhig und du willst eigentlich einfach nur ankommen und du möchtest diese Nähe so gerne spüren. Aber ganz plötzlich und es kann von einer Sekunde auf die nächste geschehen, passiert etwas in deinem Körper und du merkst es vielleicht nicht einmal. Wir haben uns aus unserem Körper verabschiedet. bzw. unser Körper hört unterhalb des ähm Kopf auf in den allermeisten Momenten und deswegen sagte ich gerade, du merkst es vielleicht gar nicht, aber wenn wir immer mehr hinspüren, wenn wir immer mehr und der Weisheit unseres Körpers vertrauen, dann merkst du vielleicht, wie dein Brustkorb sich zusammenzieht oder wie deine Schultern hochgehen, wie vielleicht dein Atem flacher wird oder dein Hals wird eng. Und du sagst dann vielleicht, ich weiß nicht, was los ist. Ich möchte doch näher, ich sehne mich doch danach. Aber dein Körper sagt: "Stopp, zu gefährlich." Und das kann so schmerzhaft sein. Und ich spüre dich, weil ich kenne das auch, ich kannte das auch und ich kenne diese unfassbare Nähe. die entstehen kann, wenn wir uns erlauben, dass es sein darf, wenn wir uns erlauben, dass es sein darf, dass unser Körper nein sagt und wenn wir uns erlauben, ihm zu vertrauen und hinzuspüren, woher kommt das? Das ist nämlich keine Schwäche, das ist ein Schutz. Und das ist ein Schutz, der irgendwann in deinem Leben vielleicht mal sicher war, äh wichtig war, der dich in Sicherheit gebracht hat. Und heute bist du erwachsen, aber dein Körper, der hat es noch nicht mitbekommen. Wenn du ahnst, das alte muss er dich zurückhalten. Ich bin für dich da online oder mit den Pferden hier an meinem Ort in Portugal. Und ich möchte dir erzählen von einer Klientin. Sie war Anfang 50 und sie war sehr reflektiert und sie hatte ein ganz großes Herz und trotzdem, obwohl in ihr so eine Wärme war und wenn du sie gesehen hättest oder kennengelernt hättest, dann hättest du gedacht, da gibt es kein Problem mit Nähe. Aber als sie dann hier war und als sie still wurde, wurde ihr plötzlich klar, diese Nähe, die sie mit ihrem Partner hat, ist nicht die, nach der sie sich sehnt. Das ist nämlich die Nähe im Kopf und nicht die Nähe in ihrem Körper. Und das Ding war jedes Mal, wenn ihr Mann, den sie wirklich liebt und er sie auch näher kommt, ihr zu nahe kommt und das ist ein ganz wichtiger Punkt, wurde es in ihr irgendwie kalt oder sie wurde sogar wütend. Ähm und es war wie so ein innerliches Verabschieden. Na und dann sagte sie, ich verstehe das einfach nicht. Ich liebe ihn doch. Was sie da noch nicht wusste und was wir im Laufe ihrer Zeit hier bei uns mit den Pferden herausgefunden und erarbeitet und erspürt haben, was sie erspürt hat, war, dass ihr Körper sich an etwas erinnerte, dass sie selbst längst vergessen hatte. Nähe war für sie in ihrer Kindheit mit Gefahr verbunden. Und das waren gar keine großen dramatischen Momente, sondern sie hat immer wieder so kleine feine wiederkehrende Grenzüberschreitungen erfahren als Kind. Und das waren Erlebnisse, wenn wir uns die so gegenseitig erzählen, dann scheint das so normal zu sein. Ja, und äh wir würden das vielleicht gar nicht unbedingt erstmal als Grenzverletzung einordnen. Aber wenn du als Kind immer wieder in den Arm genommen wurdest, auch in Situationen, wo du gerade vielleicht spielen wolltest, dann war das liebevoll gemeint. Dein Körper kann das aber als Grenzüberschreitung verstanden haben. Oder wenn du keinen sicheren Raum für dich hattest zu Hause, indem du wirklich sicher sein konntest, hier werde ich nicht gestört und ständig jemand reinkommen konnte, dann kann es sein, dass dein Körper das als Verletzung seiner sicheren Grenze empfunden hat. Und so sind das so ganz kleine feine Dinge, die wir vielleicht erlebt haben und die überhaupt nicht bös gemeint waren. Es geht hier bei mir niemals darum ähm Eltern zu verurteilen, sondern wirklich zu sehen, so was ist in uns passiert, wie können wir uns zuwenden, dem was in uns als Verletzung entstanden ist. Und unser Nervensystem, das spricht nicht in Worten, sondern in Zuständen. Das Nervensystem, das braucht keine Erinnerung, um Alarm zu schlagen, sondern das tut es einfach und zwar von einer Sekunde auf die nächste und dann geraten wir in ein in unsere Schutzfunktion. Das kann ein fliehen sein, es kann ein Kämpfen sein, so wie meine Klientin, die sagte, sie wird dann wütend. Und so passiert dann eben, was so viele Menschen erleben. Also das möchte ich dir auch sagen, wenn du das hast, wenn du dich hier wieder erkennst, du bist nicht allein. Nähe wird von unserem Körper als Bedrohung empfunden. Unser Kopf sagt vielleicht, das kann gar nicht sein, aber wir können mit unserem Kopf die Reaktion unseres Körpers nicht übersteuern. Unser Körper ist schneller. Also geht es darum, etwas ganz anderes zu machen, nämlich unserem Körper zu vertrauen. und ich nehme dich noch mal mit in eine Geschichte mit einer Klientin, die vor ein paar Tagen hier bei mir war und wir standen gemeinsam mit den Pferden auf der Weide und mein Pferd Anja, die näherte sich ihr ganz langsam und ganz ruhig und meine Klientin blieb stehen und ich sah, Das sind so Milli Bewegungen, die unser Körper macht, die wir nicht wahrnehmen, aber die ein geschultes Auge oder ein sich einschwingendes Nervensystem sofort wahrnimmt. Es war wie so eine Wegbewegung. Also ihr Körper hat eine ganz andere Sprache gesprochen als das, was sie getan hat. Ihr Impuls wäre gewesen, nicht wegzugehen, aber ein paar Schritte zurückzugehen. Und diese innere Zerrissenheit, die ihr gar nicht bewusst war, die hat dazu geführt, dass sie geweint hat und sie wusste auch nicht, woher kommt denn dieses diese Traurigkeit jetzt. Ja, das war eine alte Erinnerung ihres Körpers und ich habe sie dann einfach stehen lassen. Ich also ruhig stehen lassen und es musste einfach gar nichts sein. Und ich habe sie gebeten, die ihren Körper zu folgen, der Weisheit ihres Körpers und wirklich diese Schritte, die ihr Körper gehen möchte zu tun, dem Körper zu erlauben, zu gehen, wenn er das möchte. Und also ist sie wirklich nur zwei Schritte zurückgegangen und sofort hat sich das Pferd noch mehr entspannt, den Kopf gesenkt, hat gekaut. Aha. Und meine Klientin hat durchgeatmet. Anja, die ist einfach stehen geblieben in genau der Entfernung, die meine Klientin sich gewünscht hat. Und das war so ein Geschenk. Und es war, das sagte meine Klientin dann, es war wie so eine Einladung. Ich bin da. Du darfst selbst wählen und es muss gar nichts sein. Und in dem Moment begann sich in meiner Klientin etwas zu lösen. Da war so, ja, es fing etwas an zu schwingen und weich zu werden. Nicht dadurch, dass wir geredet haben, nicht mit Worten, sondern einfach durch diese gespürte Sicherheit. Meine Grenze wird hier nicht überschritten. Ha. Schau doch mal, ob das in deinem Körper irgendetwas auslöst. Und einen Moment Stille. So, was kannst du denn tun, um dir selbst zu begegnen? Dafür möchte ich dir jetzt einen Impuls geben. Vielleicht möchtest du mal für dich spüren, was ist dein erster körperlicher Impuls, wenn jemand dir nahe kommt? Und du kannst das mal mit geschlossenen Augen für dich machen. Stellst dir verschiedene Menschen vor und achte auf deinen Körper. Und das ist ein Lernweg. Ja, vielleicht die ersten Male bist du sofort wieder im Kopf und spürst überhaupt nichts. Aber je öfter du das übst und sie ist einfach als Spiel, als Einladung, als Einladung an deinem an deinem Körper, ich vertraue dir, ich möchte dir zuhören. Und wenn du spürst irgendwann, ich ziehe mich zurück, ich werde star, dann ist das keine Schwäche, sondern das sind Spuren eines Schutzes, den du mal gebraucht hast. Und Nähe kannst du jetzt, da du erwachsen bist, neu lernen in kleinen Schritten durch neue Erfahrungen und auch indem du dich dem Kind zuwendest, dass du einmal warst und das Nähe anders erfahren hat, als du es als Erwachsene oder Erwachsener möchtest. So ein bisschen wie ein eines meiner Pferde, die aus dem Tierschutz kommt und die anfangs überhaupt gar keine Berührung, körperliche Berührung zulassen konnte und indem ich immer still gewesen bin neben ihr und ihr erlaubt habe, nein, ihr versichert habe, deine Grenze respektiere ich. Ich fass dich nicht an, wenn du es nicht möchtest. Konnte sie in sich immer sicherer werden und irgendwann durfte ich sie berühren. Was für ein Geschenk. Das ist ein Geschenk, dass du deinen Liebsten auch machen kannst, wenn du dir Raum schenken willst. Wenn jetzt irgendetwas in dir zum Klingen kam und du gerne ja dir begegnen möchtest an einem Ort, an dem nichts sein muss, alles sein darf und an dem es keine Wertung gibt, dann möchte ich dich einladen mit mir gemeinsam zu arbeiten online oder hier in einer Auszeit nur für dich in Portugal mit den Pferden. für deine Geschichte, für deinen Körper. Die Pferde und ich, wir sind für dich da. Ich freue mich auf dich. Alles Liebe, deine Katrin und zeig deinem Leben, wie kostbar es ist.
Möchtest du tiefer gehen?
Hat dich dieses Thema berührt? In einem kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam, was für dich gerade dran ist.


