Wie du liebevoll Verantwortung für dein Leben übernimmst - Teil II. René Träder von 7Mind
Du als Erwachsene möchtest nur Freude empfinden und Leid schnell weg haben, aber es ist eine Täuschung, wenn du glaubst, dass das Leiden durch Externes Glück kleiner wird. Stattdessen sollte man die Emotionen kennenlernen, leben und nutzen, ohne gegen sie zu arbeiten – auch als Kindheitserfahrungen nicht erlebt.
Transkript anzeigen
oder weil man das auch wieder ungehörig findet und dann stellen wir plötzlich als Erwachsene fest, dass wir eigentlich immer nur Freude empfinden wollen und Leid, Trauer ganz schnell weghaben wollen, weil wir eben damit gar nicht umgehen können, weil wir irgendwie davon völlig überfordert sind. Und dann gibt's diese Idee eben, ja, wenn ich jetzt mir ganz viel Freude in mein Leben extern hole, dann wird mein Leid ja irgendwie kleiner, wenn ich die Wagschade der Freude fülle. Und eigentlich ist das ja ein totaler Trugschluss und wir sehen ja auch in unserer Gesellschaft, wie sehr uns das natürlich auch in einen irren Zustand am Ende führt, weil wir konsumabhängig werden, weil wir handysüchtig werden, Verhalten ähm verändert sich furchtbar, Shoppingverhalten verändert sich und dass der Weg zur Freude über das Leid erstmal geht oder über den Zweifel geht und das auch auszuhalten und das zu leben. Und das finde ich auch noch mal wirklich schön auch Kindern eben die Grenzen zu erlauben und eben auch die Emotionen zu erlauben. Und wenn wir das als Kinder nicht mitbekommen haben, dass wir uns das jetzt als Erwachsene erlauben und das nehmen. Mhm. Das erlebe ich manchmal auch so im Park Coaching, dass es ja so eine oftmals einfach nur ein Kommunikationsproblem ist und es sich dann sehr hochschaukeln kann und sehr emotional werden kann, weil man gar nicht so ganz genau benennen kann. Was ist denn meine Grenze? Was ist denn meine Emotion? Und man hat sehr viele Forderungen an den Partner oder an die Partnerin, was er oder sie alles anders machen soll und hat den Eindruck, na ja, ich habe es doch jetzt perfekt gesagt oder ich mache das sowieso immer super gut und wenn du jetzt mal zuhören würdest, dann hätten wir diese Probleme nicht und das stimmt ja nicht. und dass man sich das jetzt selber als Erwachsener quasi zurückholt, diesen Teil, den man in der Kindheit nicht leben durfte und anfängt eben die Emotionen kennenzulernen, sie zu leben, sie zu nutzen, nicht gegen die Emotionen zu arbeiten. Das ist ja auch so wichtig, wenn wir über Achtsamkeit sprechen, dass man ganz schnell sehr gewaltvoll ja auch bei sich selber sein kann, ja, weil man plötzlich sagt, ich meditiere jetzt meine Wut weg oder meine Trauer weg und das ist ja nicht mehr achtsam, sondern dann wird Achtsamkeit zu einem Tool, was man missbraucht, um noch gewaltvoll wieder gegen sich zu sein und wieder in dieser alte Schleife reinzukommen. Ja. Ja. Oh, so wichtig, dass du das sagst. Da gibt's ja diesen wunderbaren Begriff Spiritual Bypassing, ne? Wenn wir uns hinsetzen, wir meditieren alles weg, wir tun so als wenn alles ähm äh herrlich wäre und wir im goldenen Licht [gelächter] und in uns drin ist aber alles andere als goldenes Licht. Und wir packen goldenes Licht rein und das Schwarz breitet sich immer weiter aus. Und ich finde noch auch noch mal ähm du sagtest, du hast gerade ganz viel ähm erwähnt, was so passiert in unserer Welt, dadurch, dass wir uns unsere Emotionen nicht erlauben und die äh weghaben wollen. Und äh da war ganz viel psychisches und ich finde es auch noch mal wichtig zu erwähnen, dass es auch um dass auch unser Körper sich meldet, wenn wir ständig gegen unsere Emotionen gehen und dass unsere Emotionen äh für Krankheiten sorgen, wenn wir denen keinen Raum geben. Mhm. Fängt mit Verspannungen an und irgendwann ähm haben wir es vielleicht irgendwo in den Organen sitzen. Mhm. Ja, genau. Also unsere Psyche muss ja irgendwie kommunizieren mit uns und das tut sie halt nicht über den Verstand, dass sie uns die Eingebung gibt, sondern es sind dann die Rückenschmerzen, die Bauchschmerzen oder der Liter Schokoeis, den man dann irgendwie braucht, um das zu essen, äh um glücklich zu sein oder zu entspannen. Und das sind ja eben ganz wichtige Symptome, um das wahrzunehmen. Und das ist ja eben auch, also die Emotion kommt im Stress, um uns ja auch Energie zu geben, um uns mit irgendwas auseinanderzusetzen. Aber anstatt eben die Wut oder die Trauer oder was auch immer zu nehmen und zu sagen, das ist eine Ungerechtigkeit passiert, da bin ich jetzt traurig drüber oder da bin ich wütend drüber und will verändern, sagen wir halt ja, dann muss ich jetzt eine Netflix Serie gucken und dann bin ich wieder ein bisschen glücklicher und dann ist die Wut schon wieder ein bisschen weg. Es hat sich aber im Außen halt nichts verändert und ja, diesen Zugang für sich zu öffnen und eben auch diese angeblich schlechten oder negativen Emotionen eben auch zu würdigen und als wichtiges Element in unserem Leben und in unserem Verstehen auch zu integrieren. Ich glaube, das kann uns wirklich ganz großartig weiterführen und eben auch aus so einem krankhaften Verhalten rauskommen, wo man ja so eine Abhängigkeit dann plötzlich entwickelt. um zu funktionieren. Ja, eigentlich oft nur. Ja. Ja. Ähm was ist für dich ein gesonder Umgang mit Wut? Ich frage deshalb, weil ähm ja, viele Menschen kommen zu mir und sagen ähm also Traurigkeit äh das ist für mich okay, das geht ganz leicht, das ist ja nur auch gesellschaftlich nicht ganz so ähm negativ behaftet wie Wut. Ähm, aber aber Wut, die steckt so fest und ähm niemals würde ich meine Wut meiner Wut Ausdruck äh verleihen und dann es geht ja nicht darum, dass wir uns jetzt auf die Straße stellen und ständig äh rumbrüllen, wenn wir wütend sind. Was ist für dich ein gesunder äh Umgang mit Wut? Na, erstmal glaube ich zu spüren, dass es Wut ist und dass es nicht ähm Angst oder so ist, sondern dass es Wut ist. Und ähm manchmal sind ja Emotionen ähm nicht richtig klar zu erkennen, was ist denn das eigentlich, was mich da gerade überfällt? Und dann sich damit auseinanderzusetzen und dem zu fragen, was will mir denn die Wut sagen eigentlich? Also, worauf weißt mich die Wut hin? Worauf bin ich denn jetzt wütend? Mhm. Und häufig geht's ja um eine Ungerechtigkeit, um etwas Unfaires, was passiert ist oder was passieren wird. Und das für sich noch mal ganz klar herauszufiltern und dann ja zu gucken, wie kann man konstruktiv mit dieser Wut umgehen? Man kann natürlich jemanden anschreien oder verprügeln, das wäre dann destruktiv oder man kann natürlich eben auch schauen, wie geht man jetzt konstruktiv damit um. Und ich glaube, es ist wichtig, das durchaus auch als Lernprozess zu sehen und auch für sich selber auch diesen Raum zu geben, dass es nicht immer gelingen wird oder dass man manchmal auch erst drei Tage später merkt, man was habe ich denn da gemacht oder so und dass man besser werden kann darin, das ist sowieso glaube ich immer das für mich zumindest, es geht nie um Perfektion, sondern es geht immer darum, Freiheitsgrade dazu zu gewinnen und zu schauen, wo kann ich es mir leichter machen, schöner machen, wo kann ich damit mit natürlicher umgehen und wo ist es keine Belastung oder ein bisschen weniger Belastung für mich? Und mir fällt eine Situation ein, das ist so eine ganz ähm absurde, billige Alltagssituation, aber ich erzähle sie mal trotzdem. Und zwar, was mir immer wieder schwer fällt, ist, wenn ich in einer ähm Einkaufssituation bin und schlecht behandelt werde, den Kaufprozess abzuberechnen. Und da, also mir eine Situation, die ist mir so ins Gedächtnis eingebrannt. Ich wollte meine Oma besuchen und in der Nähe ist ein Blumenladen und da habe ich dann Blumenstrauß rausgenommen aus diesen Kübeln, die da sind und bin von dieser Verkäuferin angeschrienen worden, dass ich den da nicht einfach rausnehmen darf, sondern sie nimmt den raus. Ich muss ihr zeigen, so welchen Blumenstrauß ich will. Und ich habe richtig gemerkt, oh, da passiert das ganz viel in meinem Körper, weil ich gebe gleich 15 € aus für ein Blumenstrauß und das war keine schöne Interaktion und ja, eine Minute später bin ich auf der Straße mit dem Blumenstrauß in der Hand und ärgere mich und denke mir, verdammte Axt, so warum so, es gibt noch mehr Blumenläden, aber warum habe ich den jetzt gekauft? Weil ich ich wollte nicht unkom ich wollte nicht kompliziert sein, ich wollte nicht zu spät zu meiner Oma kommen, also viele Dinge. Mhm. und ähm sich das bewusst zu machen, aber jetzt nicht das ganze Leben lang darüber zu ärgern und dann beim nächsten Mal schneller einfach zu merken, das ist so eine Situation, die finde ich gerade nicht gut und jetzt gehe ich raus aus der Situation. Das ist ja auch so eine Form von Wut, die da entsteht, so schlecht behandelt zu werden. Ähm ja und das ist so eine kleine Situation, finde ich, im Alltag, wo man sowas gut üben kann. Man muss es nicht gleich mit den ganz großen Situationen in der Partnerschaft oder im Job oder so machen, sondern das sind eigentlich die kleinen Lernfelder bei uns im Leben. Mhm. Mhm. Oh ja, ein schönes Bild äh oder ein schönes Beispiel. Ja, ich glaube, da können jetzt ganz viele mitgehen. [gelächter] Und ähm liebe Menschen am Lagerfeuer, nehmt euch doch ähm vielleicht habt ihr es parallel schon getan mal äh die Zeit so und geht mal in euch. Was sind so die kleinen Momente? wo es bei euch eng wird und äh wo vielleicht so ein bisschen Wut hochsteigt und dass ihr wirklich, ne, also es geht ja darum so in diesen Beobachtermodus zu gehen, dass wir selbst auf uns drauf gucken von oben und mal ein bisschen gucken so, wie agiere ich und ähm entspricht das dem, wie ich es möchte und äh wie es ja, wie sich es für mich gut anfühlt. Und du hast vorhin auch von den Werten gesprochen, wie das meinen Werten entspricht und wie möchte ich das nächste Mal machen. Ja. Mhm. Wie ist es mit dir und deiner Wut? Ja. Und das ist super, dass du das fragst. Also, ich hatte echt, ich hatte ähm in meiner Kindheit ähm durfte Wut nicht sein. Und ich erinnere mich auch an eine Situation, da war ich so wütend und ich hatte also ich hatte auch wirklich alles recht wütend zu sein und ich habe ich habe so geschrien, ich stand auf der Straße und äh schrie, also Kindheit, da war ich schon Jugendliche und äh die Nachbarn guckt und dann hieß es eben: "Komm schnell rein, was sollen denn die Nachbarn denken?" So, das war da, aber an diese Situation erinnerte ich mich erst, als ich ähm anfing ähm mit meiner inneren Arbeit und weil ich immer dachte, wieso? Also, was ist denn mein Thema mit der Wut? Ich bin irgendwie nie wütend. Und seitdem ich das aufgearbeitet habe, geht's meiner Wut und mir richtig gut. [gelächter] Also jetzt mittlerweile ähm kann ich gut damit sein und ich weiß, dass die echt richtig wichtige ähm Nachrichten für mich hat und für für mich geht's in den allermeisten Fällen eben um eine Grenz ähm Grenzverletzung. Mhm. Und welchen Aspekt siehst du Wut und Angst in der Verbindung? Weil die Angst ist ja wahrscheinlich somit die stärkste ähm unmittelbarste Emotion, die wir so empfinden können. Und ich leite mal kurz ein und dann würde mich das sehr interessieren, was du dazu sagst. Ja, weil Stress ist aus meiner Sicht eigentlich nichts weiter als Angst. In dem Moment, wo wir Stress haben, haben wir Angst, was zu verlieren, Ansehen oder Geld oder Zeit zu scheitern in irgendeiner Weise. Und das finde ich immer ganz schön in dem Moment, wo ich Stress empfinde, mich zu fragen, welche Angst steckt denn dahinter? Und mein Eindruck ist, dass Wut und Angst eben auch irgendwie Hand in Hand gehen. Was sind so deine Erfahrungen da? Mhm. Also mein Bild ist sogar äh dieses, dass Angst dann entsteht, wenn wir äh Wut und Trauer unterdrücken. ähm, dass dass äh dann so viel Spannung in unserem System entsteht, dass dann die Angst kommt und äh und die geht Hand in Hand dann eben auch mit äh Stress und äh Burnout und eben so diese ganzen unterdrückten Impulse, wenn wir die nicht, wenn wir unsere Impulse, unsere wichtigsten Impulse und das sind eben äh so in in der Arbeit, also ich mache ähm Gestalt Coaching, da geht es eben ganz viel um Aggressionen, sexualit Wut und Trauer. Das sind so diese äh grundpsychischen Bedürfnisse, muss ich dir nicht erklären. Und auf jeden Fall, wenn wir die unterdrücken, dann entsteht diese Angst in uns durch diese durch die psychische Spannung und durch die körperliche Spannung und das muss dann irgendwo hin. Genau. Mhm. Mhm. Ja, vielen Dank. Finde ich auch noch mal nämlich tatsächlich spannend, wie Emotionen zusammengehören und wie wir eben auch einen Zugang zu dem bekommen können, was dahinter ist. Ja, um eben nicht auf dieser Gefühlsebene an der Stelle zu bleiben, weil das ja auch lähmen kann, sondern eben vielleicht auch so ein Netz zu erkennen und zu sagen, das gehört zusammen und das passiert, weil Ja. ja, genau. Und woher kenne ich es denn? Mhm. Und dann und dann kommst du ja ganz schnell so wie ich mit dieser Wutsituation, dann bist du ja ganz schnell äh in deiner Kindheit, wenn du dich da hintraust, ne? sollte man ja äh in den meisten Fällen erstmal nicht alleine machen. Ähm dann ist es ganz schön, wenn man jemanden äh hat, der einen professionell begleitet. Aber wenn du da so tief reingehst, dann findest du Situationen, in denen du irgendetwas über diese Emotionen gelernt hast. Und diese Situationen waren dann unter Umständen so schmerzhaft äh für die Kinderseele, dass du die ganz tief vergraben hast und deswegen erlaubst du dir diese Emotionen dann nicht. Mhm. Der Ausstoß ist ja häufig die Angst, oder? Also, wenn ich jetzt wütend bin, dann werde ich ausgestoßen. Ich werde in mein Zimmer geschickt oder ich habe werde nicht mehr lieb gehabt und dann wenn wenn ich auf Arbeit wütend bin, dann werde ich gefeuert oder dann finden meine Kollegen mich blöd oder das heißt, ich darf nicht wütend sein, weil ich dann kompliziert bin oder mir schade. Ja. Ja, genau. So wichtig, dass du das sagst, so dieses also unser menschliches Bedürfnis dazu zu gehören. Wir sind ja irgendwie schon auch Rudel oder äh Herdentiere und äh wenn wir ausgestoßen werden, bedeutet das für unsere Psyche tot. Das Einsamkeit ist schlimmer noch als tot. Und wie machst du das dann heute mit der Wut, wenn du sagst, das ist ja etwas gewesen, was du als Jugendliche nicht durftest und auch sehr spät eigentlich erst festgestellt hast. Ja, wie lebst du dann heute in deine Wut? Ah, cool. Ja, danke für diese Frage. Also, wenn ich jetzt in Beziehung bin und ich merke, ich werde wütend, äh dann fange ich nicht an Teller zu schmeißen, aber ich sage, oh, ich merke, das macht jetzt richtig was mit mir und ich bin gerade stinksauer. Ähm und ich hätte mir gewünscht das so, das sind die Situationen, in denen ich es schaffe, aus meinem Beobachter Ich zu agieren, ähm und in denen ich äh ähm gewaltfrei kommuniziere. So, das wäre mein Idealszenario. Ähm, wenn es nicht ganz so gut läuft, dann äh dann ziehe ich mich zurück, dann dann höre ich auf zu sprechen, bin beleidigt und äh kann dann ähm ja und und wenn ich es dann merke, dann kann ich darüber sprechen. Aber äh um diese Wuten Energie ähm nicht in meinem Körper äh zu stauen, ähm habe ich auch ein paar schöne Tools äh die mir wahnsinnig gut tun. Und das eine ist eben in dem Moment, wo es passiert, dass ich wirklich atme, dass ich mich auf meinen Atem konzentriere und mir vorstelle, so die Wut steigt jetzt über mein über meinen Kopf hinaus und gibt mir da eine wichtige Energie. Ich tue nicht so, als wäre sie nicht da, ne? Also ich die darf sein, äh aber ich sehe sie eben als als etwas wertvolles und ähm äh manchmal, wenn ich Autofahren gehe, dann schrei ich und das äh weil weil sich irgendwas angestaut hat und dann in dem Moment ist eigentlich auch egal. Also es geht ja nicht darum äh wer das in mir verursacht hat, weil es kann also niemand kann eigentlich in mir Wut verursachen, ne? Sondern das hat ja mit mir zu tun. So, wie reagiere ich darauf? Und ja, aber diese Wutenergie ähm rauszubrüllen ähm das mittlerweile macht mir das Spaß. Und äh am Anfang, als ich damit anfing, mir das zu erlauben, also das war ein äh war eine Aufgabe meines Therapeuten, ne? [gelächter] Und als ich damit anfing, war das so Weil wir wir haben ja eine unglaubliche Schamschicht. eine Schar Schuldschicht und darunter sind ja unsere Emotionen begraben und äh ja, die muss ich erstmal so ein bisschen freilegen und heute geht's. Ja. Mm. Was ich auch noch mal sehr schön fand, was du gerade gesagt hast im Nebensatz, ja, fast nur, dass niemand bei uns Wut quasi einpflanzen kann. Manchmal sagen wir sowas ähm du hast mich wütend gemacht oder sowas, aber das stimmt ja eigentlich nicht, sondern jemand hat was gesagt oder getan und in unserem System ist Wut ausgelöst worden durch unsere Interpretation, durch unsere ja durch unsere Werte, durch was auch immer ist W gut entstanden, aber niemand kann uns eine Emotion geben, sondern die entsteht in uns selbst. Und das fin ich auch noch mal so wichtig eben bei der Arbeit mit der Wut. Also durchaus auch natürlich, wenn man in Beziehung ist, auch zu sagen, wenn du so mit mir redest, dann entsteht bei mir Wut oder wenn du das sagst, dann macht mich das wütend. aber eben auch die andere Person eben wieder nicht diese Opferhaltung einzunehmen, so ich bin das Opfer von dem, was du sagst, sondern eben zu verstehen, ah ja, okay, so funktioniere ich und daran dann eben auch zu arbeiten. Manchmal sind es ja auch Sachen, die wir missverstehen, wo wir uns ja eigentlich auch sogar ganz sicher sind, dass die Person das gar nicht böse gemeint hat oder irgendwas triggert uns auch in so einer schriftlichen Kommunikation irgendwas irgendein einziges Wort in diesem in diesem ganzen Satz stört uns so doll. was uns dann beschäftigt und da aber zu verstehen, ja, es beschäftigt mich und das ist ein Thema in mir und die Freiheitsgrade entstehen, wenn ich das bearbeite und wenn ich mir da eine neue Interpretation erlaube oder neuen Umgang erlaube. Das fand ich gerade auch noch mal so schön. Ja. Ja. Ja. Danke, dass du das noch mal aufgegriffen hast. So wichtig. Ja. Ja. Ganz schön. Ja. Ich überlege gerade, René, wie wir einen eleganten Übergang zum äh Erlebnismillionärin hinbekommen. Mir fällt keiner ein, kein Eleganter, aber ich würde sagen, wir wir switchen über, weil das möchte ich so gerne noch mit reinnehmen. Und ähm du sagtest in diesem Video, ich weiß leider nicht mehr von wem der Satz war, sowas merke ich mir immer nicht. Ähm, wir sollten keine Angst haben vor dem Tod, sondern davor nicht äh gelebt zu haben. War das Senica? Ich glaube, es war Seneca. Ja. Ja. Ja. Ja. Ich finde diesen Satz so so schön und ähm ich werde ihn mir groß an die Wand hängen, weil das eben zu meinem zeig deinem Leben, wie kostbar es ist, so gut passt. Wie werden wir Erlebnismillionärin Erlebnismillionär? Na ja, es ist die Beobachtung vor allem erstmal gewesen, dass es ja Menschen gibt, die man auch kennt, vielleicht auch im näheren Umfeld, in der Familie, Kollegen, Kolleginnen, wie auch immer, die durchaus lebendig sind. Mhm. Äh der Magen verdaut, der Darm produziert etwas, die atmen, die werden wach. So, da würde man jetzt sagen, biologisch gesehen, die sind lebendig. Mhm. Aber leben sie dann irgendwie auch oder sind sie in sich selbst so stark zurückgezogen, dass sie sich beschneiden, dass sie sich nicht spüren und dass sie auch nicht mehr im Austausch sind mit der Welt, mit sich, sondern ja eigentlich nur biologisch leben. Das war so ein bisschen der Gedanke und vielleicht kennt man ja auch solche Momente von sich selbst, dass man arbeiten geht, dass man funktioniert. Die Woche ist wieder um, Mensch, das ging ja schnell. Wochenende ging ganz kurz nur und zack ist wieder vorbei und das Jahr dreht sich und man denkt sich, oh wow, so was ist denn jetzt eigentlich alles passiert? Habe ich das gespürt im Grunde genommen oder ist das alles an mir so vorbeigerauscht? Mhm. Und dieser Satz von Senika hat mich da so gepackt eben, dass wir ja auch oft so wie schauen wir auf das Leben so wann ist das Leben irgendwie ein gutes Leben? So, wenn jemand alt geworden ist, dann ist es irgendwie gut. Ja, ist es denn aber wirklich so? Also man kann eben 100 Jahre alt gewesen sein und aber ist schon seit 40 Jahren eigentlich nur noch biologisch lebendig, weil man sich zurückzieht, nur Fernsehen guckt oder was auch immer, ähm aber nicht mehr ins Spüren, nicht mehr ins Wahrnehmen kommt. Und was für mich irgendwie in dem Moment so ein so eine Idee war, eben zu sagen, konzentriere dich auf die Erlebnisse in deinem Leben und versuche da Millionären Millionär zu werden oder Milliardär vielleicht irgendwann auch. Und das sind auch die Sachen, die die Möglichkeit zum Spüren geben, zum Kontakt geben. Und das kann ein Spaziergang sein, es kann ein Kuss sein, es kann ein Gespräch sein, das kann auch die Auseinandersetzung mit der Traurigkeit sein. Also auch das ist ein Erlebnis, sich weinen zu sehen oder zu spüren. Ähm auch das ist etwas oder eben auch eine lange Wanderung zu machen und der Rückenschmerz auch, das ist ein Erlebnis. Ja. und dann am Ende über eine Landschaft zu gucken ist ein Erlebnis. Und das sind zumindest so aus meiner bescheidenen Erfahrung die Momente, wo es sich lebendig wirklich anfühlt und nicht nach dem fünften Kaffee oder nach der Gehaltserhöhung oder was auch immer, sondern die Lebendigkeit ist eben da, wenn wir in den Austausch kommen, wenn eine Beziehung entsteht, etwas zwischen mir und der Landschaft oder mir und der Traurigkeit, mir und einer anderen Person oder eben vielleicht auch mir und einem Roman, den ich lese und das eben als eben auch wieder als Möglichkeit für sich zu sehen, die im Grundeum so leicht ist. Also, wir können jeden Tag für Erlebnisse sorgen. Das heißt nicht jeden Tag nach Disneyland zu gehen und Karussell zu fahren, sondern das sind eben die Erlebnisse, das bewusste Essen ist ein Erlebnis. ähm ja, das bewusste schlafen gehen vielleicht, bevor die Euklein zufallen, weil man so lange am Bildschirm saß und das vielleicht zu zelebrieren, diesen Prozess noch mal frische Bettwäsche drauf machen und sich dann da reinlegen und das auch als Erlebnis zu haben. Und da haben wir, glaube ich, viele Gestaltungsmöglichkeiten und das ist so ein bisschen der Gedanke, den ich im Grundeom auch für mich selber gemacht habe, dieses Video eben auch als Erinnerung so, wofür verwendest du deine Zeit eigentlich? Wir sagen oft, der Alltag hält mich davon ab, das und das zu machen. Wer ist denn dieser Alltag eigentlich? So, was was gehört dazu? Das ist alles Leben. Wäsche waschen ist Leben, aber eben auch Freunde treffen ist Leben und sich was kochen ist Leben. Was ist denn jetzt Alltag? Und eben zu gucken, wie will ich meine 24 Stunden gestalten, wie will ich mein Leben gestalten und vielleicht ist es ein kurzes Leben an Jahren. Das kann durchaus sein, weil eine Krankheit kommt, weil ein Unfall kommt, was auch immer. und dass wir aber trotzdem in der Zeit, die wir haben, Erlebnisse haben können und die spürenden können und uns dadurch eben auch spüren können. Das ist jetzt so ein bisschen etwas länger erzählt, diese Philosophie, die für mich in diesem einen Satz so drin steckte. Ja. Ja. Wunderschön. Ganz ganz schön, weil ich könnte mir vorstellen, dass viele äh Menschen erstmal denken, okay, Erlebnis Millionärin, wo will ich als nächstes hinreisen? Äh, ne, und dass du das so schön beschreibst. Es geht ja auch darum, das eben im Alltag zu haben. Und bei mir kam jetzt sofort, das ist das Leben mit allen Sinnen. Mhm. Ja. Ja. Und so schön, als du erzähltest von der Bettwäsche. Ah, [gelächter] reinlegen und spüren. Herrlich. Ja, manchmal braucht man nur eine frische Bettwäsche und dann war das schon guter Tag. Ja. Ja. [gelächter] Ja. Rene oder so ein Gespräch wie mit dir gerade eben am Lagerfeuer. Das das ist jetzt das fand fand ich so so schön. Ja, vielen Dank. War so ein halbes Lagerfeuer. Ach, die zweite Kerze ist auch richtig noch mal gekommen. Sehr gut. Ja, also so ein Viertellagerfeuer für mich, aber ein ganzes für dich. Ja, vielen Dank für die Einladung. war sehr schön mit dir hier über diese Sache ein bisschen zu philosophieren und auch so ganz frei. Wir haben uns jetzt ja nicht vorbereitet so richtig, sondern zu gucken, wo führt es uns hin und was wollen wir gerne besprechen, wo ist der Drive? Ja. Ja. Ja. Ganz schön. Eine allerletzte Frage noch. Ähm deinem früheren Selbst, welches Versprechen würdest du ihm geben? Ganz egal, wie alt das ist, das kannst du dir aussuchen. Ah, versprechen. Das ist mal eine ganz andere Frage. Häufig geht's ja darum, was würde ich ihm sagen oder so. Und noch mal zum Verständnis, ich gehe zum früheren Ich, wo ich vielleicht 12 oder so war und dem sage ich aus meiner heutigen Perspektive, ich verspreche dir etwas. Ja. Ähm, da würde ich ja gerne noch länger drüber nachdenken wollen. Also, was mir aber trotzdem spontan einfällt, ist dieses Versprechen ins Machen zu kommen. Das würde ich ihm gerne versprechen wollen, dass ich ähm Dinge tue, anstatt Dinge zu zu zerdenken oder nur zu durchdenken, sondern tatsächlich eben diesen Sprung auch mache über eine Unsicherheit hinweg oder eben auch wenn das Vertrauen noch nicht da ist, ins Machen zu kommen und ja vielleicht dann doch am Vertrauen an der Stelle zu arbeiten, an einem Vorschussvertrauen. und ähm ja, dadurch eben Erlebnisse möglich zu machen. Ah, schön. Ja, herrlich. Ach, ganz schön. Rene, ich danke dir sehr für deine Zeit und dass du dich ans Lagerfeuer gesetzt hast und ja, ich wünsche dir ein erfülltes Leben mit ganz vielen schönen Erlebnissen und wer weiß, vielleicht setzen wir uns irgendwann wieder zusammen. Das würde mich freuen. Ja, vielen Dank für die Einladung an dein Lagerfeuer und ja, für diese Fragen und die Offenheit, die uns zu diesen ganzen Themen geführt hat. Ja, vielen lieben Dank dafür. Danke, Ren. Bis bald. Bis bald. Ja.
Möchtest du tiefer gehen?
Hat dich dieses Thema berührt? In einem kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam, was für dich gerade dran ist.


